icon_serie Created with Sketch. SERIE | Führungskräfte-Entwicklung, die echte Wirkung erzielt!

Warum Führungskräfte die neu vermittelten Trainingsinhalte im Alltag nicht anwenden können

Obwohl die meisten Teilnehmer und Unternehmen mit ihren Trainern und Führungskräfte-Trainings zufrieden ist, gelingt der Transfer in den Alltag kaum. Oft fallen die Teilnehmer in die alten Muster und Routinen wieder zurück. Wir wissen woran es liegt und wie es Ihnen gelingt, die Trainingsinhalte in den Alltag zu transformieren.

Warum Führungskräfte im Alltag die Trainingsinhalte nicht anwenden können

Der Großteil der Unternehmen und der Führungskräfte ist mit ihren Trainern zufrieden, auch die Themen, Inhalte und Art der Workshops und Trainings überzeugt viele. Dennoch gelingt es den wenigsten im stressigen Arbeitsalltag die Trainingsinhalte anzuwenden. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer davon beginnt bereits vor dem Training. Wenn es nicht gelingt, die Bereitschaft, Lust und Begeisterung bei den Teilnehmern zu wecken, dass diese sich verbessern wollen, wird es auch keine Verbesserung geben. Vielmehr empfinden diese das Training als Bestrafung und verstehen nicht, warum sie daran überhaupt teilnehmen sollen, wo sie doch so viel Führungserfahrung haben und überhaupt ja genug Arbeit noch zu erledigen ist. Sie sind nicht trainingsbereit. Ein Fußballprofi, der mit Badeschlappen auf den Trainingsplatz geht, ist ja auch nicht trainingsbereit. Die Bereitschaft für das Training ist jedoch schon der erste wichtige Teil der Verbesserung, da er mit entscheidend für die Aufmerksamkeit der Teilnehmer ist. Es geht dabei darum, mit welchem Fokus sie im Training anwesend sind. Dieser bestimmt die Qualität der Informationsaufnahme und die Energie, die sie darauf verwenden.

Unser Gehirn strebt immer nach Kohärenz - will möglichst Energie schonen

Den zweiten, ganz wesentlichen Aspekt, warum es den meisten Führungskräften so schwer fällt, die Trainingsinhalte im Arbeitsalltag auch anzuwenden kann die Wissenschaft genau erklären, genauer gesagt, die Neurowissenschaft. 

"Es ist heute völlig unmöglich, neue Führungskompetenzen, die Teilnehmer in wenigen  Trainingstagen vermittelt bekommen, im Alltag anwenden zu können. Aus der Neurowissenschaft ist bekannt, dass unser menschliches Gehirn stets nach Kohärenz strebt, also möglichst wenig Energie verbrauchen will. Da unser beruflicher Alltag jedoch immer stressiger wird, die Entscheidungen, die wir treffen müssen, immer komplexer werden, benötigen wir ohnehin schon viel Energie für die Bewältigung dieser Stress-Situationen. Unser Gehirn gibt uns in Millisekunden den Impuls, dass es zu anstrengend wäre, die völlig neu erworbenen Fertigkeiten jetzt abzurufen, die man noch nicht sicher beherrscht. Stattdessen soll man auf die altbewährten Routinen und Muster zurückgreifen."

Wie das Smartphone unser Lernen verändert hat

Nahezu jeder Arbeitnehmer in Deutschland besitzt ein Smartphone. Dieses Gerät hat einen unglaublichen Einfluss auf unser menschliches Gehirn und verändert unser Lernen. In der Regel haben wir unser Smartphone immer bei uns und sind auf die eine oder andere Weise rund um die Uhr verfügbar. Mitunter müssen wir das sogar sein. Während der Arbeit brummen dann private Messages dazwischen; im Feierabend lassen sich noch schnell wichtige berufliche Mails und News checken. Die Trennung zwischen Arbeitszeit und Feierabend wird so schnell diffus. Und auch in Momenten des Stillstands, zum Beispiel an der Bushaltestelle oder im Wartezimmer, gibt es immer genug zu erleben und zu sehen im World Wide Web. Das bedeutet fehlende Ruhepausen für unser Gehirn, das ständig dabei ist, unterschiedlichste Impulse und Eindrücke gleichzeitig zu verarbeiten. Reizüberflutung, Erschöpfungszustände und negative Auswirkungen auf unseren Schlaf und somit auch unsere Gesundheit können die Folgen sein. Die permanenten Signaltöne aktivieren die Stresshormone und setzen unsere  Kampf-und-Flucht-Reaktion in Gang; der Herzschlag erhöht sich, unsere Atmung wird flacher, die Schweißdrüsen öffnen sich, unsere Muskeln spannen sich an. Solche Reaktionen sind dazu gedacht, aus Gefahrensituationen zu entkommen, nicht um einen Text von einem Kollegen oder einem Freund zu lesen.

Wir sind einfach für solche ständigen Impulse nicht gebaut.

Hormonforscher Robert Lustig sagte zu Business Insider, dass die Benachrichtigungen der Smartphones unsere Gehirne darauf trainieren, sich in einem konstanten Stresszustand zu befinden. Je öfter das passiert, desto mehr werden im Hirn sogenannte Erinnerungspfade etabliert. Solch ein Zustand bedeutet, dass der Präfrontale Cortex, jener Teil unseres Gehirns, der normalerweise für die anspruchsvollsten kognitiven Aufgaben zuständig ist, völlig überlastet ist und irgendwann einfach herunterfährt. 

Das bedeutet, jedes Mal, wenn wir unsere Tätigkeit für eine Benachrichtigung von unserem Smartphone unterbrechen oder ein Signal von einer anderen App bekommen, werden wir abgelenkt, und für diese Unterbrechung zahlen wir einen Preis: etwas, das wir „Wechselkosten“ nennen.

Manchmal kostet uns der Wechsel von einer Aufgabe zur anderen nur ein paar Zehntel einer Sekunde, aber an einem Tag voller hin-und herschalten zwischen Ideen, Konversationen und auch Geschäften auf dem Handy oder dem Computer können sich diese „Wechselkosten“ ganz schön aufsummieren und uns auch fehleranfälliger machen. Der Psychologe David Meyer, der diesen Effekt studiert hat, schätzt, dass das Wechseln zwischen den Aufgaben mehr als 40 Prozent unserer sonst produktiven Zeit aufbrauchen könnte.

Jedes Mal, wenn wir zu einer anderen Aufgabe wechseln, lässt das das Stresshormon Cortisol in die Höhe schießen, so Lustig. Die Umstellung lässt unser logisches Denken herunterfahren und die Produktion von Dopamin aktivieren, das für Suchtzustände verantwortlich ist.

Mit anderen Worten macht uns der Stress krank, den wir dadurch aufbauen, dass wir versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, ohne es wirklich zu können. Er bringt uns dazu, nur noch mehr Unterbrechungen zu wollen, die den Dopaminspiegel wiederum anheben — ein Teufelskreis.

Unser Gehirn kann nur etwa 60 bits pro Sekunde an Information verarbeiten.

Je mehr Aufgaben wir erledigen, desto sorgfältiger müssen wir darauf achten, wofür wir unsere wertvolle Hirnkapazität nutzen. Also ist es nur verständlich, dass wir ein bisschen Arbeit an unsere digitalen Assistenten weitergeben wollen.

Es gibt allerdings einige Anzeichen, dass dieses Delegieren an unsere Geräte unser Gehirn nicht nur kranker, sondern auch fauler macht.Wir wissen auch, dass neue Information auf dem Handy zu lesen, eine furchtbare Art des Lernens sein kann. Menschen, die sich komplexe Information aus einem Buch und vom  Bildschirm beschaffen, beschäftigen sich eher damit, das Gelesene zu verinnerlichen und entwickeln ein tieferes Verständnis für das Gelernte. 

Die neueste Forschung mit Dutzenden Smartphone-Nutzern legt außerdem nahe, dass auf den Bildschirm zu starren, sowohl unser Gehirn als auch unsere Finger unsicher macht.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie haben Psychologen und Computerwissenschaftler eine ungewöhnliche und beunruhigende Verbindung festgestellt: Je mehr die Leute tippen, klicken, scrollen oder auf Social Media sind, desto unruhiger werden die Hirnsignale. Diese Erkenntnis hat die Forscher überrascht. Normalerweise werden wir besser, schneller und effizienter, wenn wir Aufgaben beständig wiederholen. 

Sie gehen davon aus, dass etwas anderes passiert, wenn wir mit Social Media beschäftigt sind: Die Kombination aus Socialising und der Nutzung unseres Smartphones könnte in unserem Gehirn zu einer großen Belastung führen.

Dieses Kombination könnte „mehrere Ressourcen gleichzeitig beanspruchen“, so der Autor der Studie Arko Ghosh, von unseren Fingern bis hin zum Gehirn — und das ist beängstigend.

  • Bereitschaft und Lust auf Verbesserung fehlt

    Die Teilnehmer empfinden das Training als Bestrafung, verstehen nicht, warum sie das machen sollen. Sie glauben, sie führen ja schon lange genug und wissen wie es geht. Die Bereitschaft für das Training fehlt, damit die Aufmerksamkeit und die Qualität der Wissensaufnahme sinkt rapide

  • Fokus im Training fehlt

    Das Smartphone in der Hosentasche, das Tablet am Tisch, mit dem Kopf bei den vielen Aufgaben, usw. Teilnehmer, die im Training nicht voll fokussiert sind, verlieren die Konzentration und wertvolle Energie um neue Kompetenzen sich anzueignen

  • 72-Stunden-Regel

    Was man in den ersten 72 Stunden nach einem Training nicht anpackt, verliert man zu schnell wieder. Die meisten Trainingsteilnehmer arbeiten danach jedoch erst ihre "Rückstände" auf und wenden in den ersten 72 Stunden nach dem Training nichts von den gelernten Dingen an

  • Es fehlt das "WIE"

    Teilnehmer beschreiben immer wieder, dass sie sehr wohl verstehen, warum und auch was sie im Alltag verändern und verbessern können. Woran es jedoch scheitert ist das wie. Ihnen fehlt es an ganz konkreten Handlungsempfehlungen, wie sie im Alltag ihr Team besser führen können

  • Trainingsumgebung bildet Realität nicht ab

    Ein weiterer Kritikpunkt der Teilnehmer ist der, dass die Trainingsumgebung die Realität im Alltag nicht abbildet. Verhalten ist jedoch immer kontextabhängig. Je größer der Unterschied zwischen Realität und Trainingswelt ist, desto schwieriger wird die Anwendung.

  • Sicherheit und Stabilität im Umgang mit dem Neuen fehlt

    Einer der wesentlichsten Aspekte ist die fehlende Sicherheit und Stabilität im Umgang mit dem Neuen. In der Stress-Situation des Alltags führt dies dazu, dass unser Gehirn, um Energie zu sparen, uns in die alten Muster und Routinen zurückschickt