Wie und wo Kultur Sie widerstandsfähiger macht

18. Februar 2021

Ein starkes Leitbild, gelebte Werte und die Unternehmenskultur, für die Sie sich bewusst entschieden haben, machen Ihr Unternehmen resilient und widerstandsfähig. Es bietet eine klare Orientierung, sorgt für Glauben, Mut und Zuversicht.

Zunächst einmal schafft eine gute Unternehmenskultur Verbundenheit und Gemeinschaft. Wir gehören zusammen, weil wir die gleichen Werte vertreten und zusammen sind wir stark, gerade in schlechten Zeiten.

Krisen bringen Unsicherheiten mit sich, die Zukunft ist kaum planbar, es ist nicht absehbar was wann und in welcher Dimension passiert. Ihre Werte geben ihnen und ihren Mitarbeitern jedoch eine Orientierung, eine Besinnung auf ihre Stärken und die zentralen Botschaften und Eigenschaften ihres Unternehmens. Auf dieser Grundlage lassen sich neue Ideen und Innovationen verwirklichen.

Anpassung und Veränderung kann nur erfolgreich geschehen, wenn Menschen sich trauen Neues auszuprobieren, wo es Mut gibt, Fehler machen zu dürfen und Offenheit diese als Lernerfahrung zu akzeptieren und sich immer weiter dadurch zu verbessern. In einer Umgebung, in der Menschen auch über ihre Schwächen, Rückschläge und Niederlagen sich austauschen, weil sie verstehen, dass dies alles nur Zwischenschritte sind und aufzeigen, wo es noch Lücken und Defizite gibt, entsteht eine hohe Bereitschaft Herausforderungen positiv anzunehmen und besser werden zu wollen.

Wer heute nur abwartet und darauf hofft, dass die Krise von alleine verschwindet und danach ist alles wieder wie vorher, wird keine Chance mehr haben.

Fokus auf Aspekte legen, die Sie selbst kontrollieren können

Einer der limitierenden Faktoren eines Menschen sowie Unternehmens ist seine Energie. Und diese wird vor allem über die menschlichen Beziehungen geprägt, sowohl positiv als Energie-Spender als auch negativ als Energie-Killer. Ihre Werte, ihr Leitbild, ihre Kultur nehmen Einfluss darauf, wie die Menschen in Ihrem Unternehmen miteinander umgehen.

Gerade in Krisen zeigen sich die kulturellen Unterschiede im Verhalten der Menschen. Verbinden sich Mitarbeiter durch die Krise stärker miteinander, rücken diese enger zusammen und teilen untereinander Ideen, Talente und Stärken, um Lösungen und neue kreative Ansätze zu entwickeln oder wird gegeneinander gearbeitet und versucht das eigene „Überleben“ zu sichern?

Krisen führen bei Mitarbeitern zu Sorgen, Unsicherheit und Ängsten. Ängste entstehen vor allem deshalb, weil der Blick weit in eine ungewisse Zukunft gerichtet ist und Menschen glauben, dieser hilflos ausgeliefert zu sein. Sie fühlen sich dadurch handlungsunfähig und glauben sich ihrem Schicksal ergeben zu müssen.

Konzentrieren sie sich deshalb ausschließlich auf die Dinge, die sie selbst steuern und kontrollieren können. Bringen sie sich selbst, ihr Unternehmen und ihre Mitarbeiter in Handlungen. Beschäftigen sie sich mit Aufgaben, die sie selbst kontrollieren und erledigen können, ohne von anderen abhängig zu sein. Alleine durch den Fokus auf Handlungen erhöhen sie die Zuversicht bei den Mitarbeitern. Denn der Blick geht dadurch nicht mehr ausschließlich in eine weitentfernte ungewisse Zukunft, sondern vielmehr auf das Hier und Jetzt.

Was wollten sie schon immer mal tun und hatten bislang nie die Zeit dazu? Welches Produkt oder welche Dienstleistung wollten sie schon immer mal überdenken, verändern oder ganz neu gestalten, hatten jedoch nie den Mut dazu, weil es bislang doch ganz gut damit geklappt hat? Welche Prozesse wollten sie schon immer neu gestalten, weil sie überzeugt davon sind, dass sie dadurch Zeit und Energie gewinnen? Wie viele Artikel, Blog-Beiträge, Interviews, Podcasts oder andere Marketing-Aktivitäten wurden nie geschrieben bzw. aufgenommen, weil dafür nie Zeit war? Ausführliche Mitarbeitergespräche, um die Motive, Talente, Ziele, Träume, Wünsche und Sorgen der Mitarbeiter besser kennen und verstehen zu lernen, nie war dafür Zeit?

Auf geht’s, tun sie all diese Dinge jetzt. Das macht auch Spaß, dadurch entstehen tolle, neue, andere Dinge, Lösungen, Produkte, Dienstleistungen. Dadurch entsteht neue Zuversicht, Mut, Hoffnung und Resilienz.

Im besten Fall haben Sie nach der Krise zwei Produkte oder Lösungen oder ein neues, welches für sie die Krise beendet, weil sie einen neuen Game-Changer entwickelt haben.

Wir schreiben nicht nur in solchen Artikel darüber, wir haben es selbst getan. Waren wir in einer besseren Ausgangslage? Sicher nicht. Als Beratungsunternehmen wurden uns ab März alle Trainings, Workshops, Seminare, Coachings usw. abgesagt. Wir haben unseren kompletten Fokus, unsere ganze Energie auf das Gestalten gelegt. Wir haben Dinge getan, die wir schon längst tun wollten und dafür immer Ausreden hatten. Wir haben uns wieder verändert oder angepasst. Wir haben unser Wissen digitalisiert, haben Alltagssituationen aus Unternehmen so realistisch gefilmt und nachgedreht, dass all unsere Kunden denken, wir hätten es bei ihnen gedreht. Wir haben uns und unseren Kunden dadurch neue Möglichkeiten geschaffen, sogar bessere als vorher. Hätten wir all das ohne Krise, ohne Corona getan? Wahrscheinlich nicht. Und es hat uns geholfen, widerstandsfähig zu bleiben und an Resilienz und mentaler Stärke zu gewinnen.

Was Sie als Unternehmen, auch in Krisenzeiten, kontrollieren können, sind vor allem die Art und Weise, wie Sie miteinander umgehen, also Ihr Verhalten im Unternehmen und Ihr Engagement. Gerade in Krisen lohnt es sich in seine Kultur zu investieren. Denn positive Energie kann Innovationen schaffen. Ein gutes Miteinander führt zu Gemeinschaft, dazu Wissen, Ideen und Kraft miteinander zu teilen und es gemeinsam für das Unternehmen, für die Vision einzusetzen. Am Ende werden unsere Gedanken zu unseren Worten und Handlungen. Daher sollten Unternehmen eine positive Umgebung schaffen, in der positive Gedanken, Glaube, Zuversicht und Mut fließen und die zu positiven Taten, zu neuem Erfolg werden.

Thomas Heidenreich

Vorstandsvorsitzender