Gesundheit

Druck in der Arbeitswelt – Werkzeuge im Umgang damit

Am 03.04.2018 berichteten Bundesliga-Spieler Dennis Aogo vom VfB Stuttgart und der Ex-Bundesliga-Spieler und Trainer Ewald Lienen über den Druck in der Arbeitswelt im Allgemeinen und im Profifußball im Speziellen. Wie erleben es aktuelle Spieler und Trainer und welchen Weg finden sie, damit umzugehen

"Der Druck ist immer da"

Bei Markus Lanz spricht Dennis Aogo über seine Art mit Druck im Profifußball umzugehen. Aogo ist seit 14 Jahren Fußballprofi, hat bei Freiburg und dem Hamburger SV, Schalke gespielt und verteidigt aktuell in Stuttgart. Aogo kennt die Begleiterscheinungen, die sein Job mit sich bringt. Zuletzt hatte Berufskollege Per Mertesacker vom extremen Druck in der Branche gesprochen. Darüber wie sein Körper „einfach durch“ ist und es im Fußball „null mehr um Spaß geht, sondern dass du abliefern musst, ohne Wenn und Aber. Selbst wenn du verletzt bist“.

„Jeden Tag im Training muss man seine Position verteidigen“, erklärt Aogo. Eine öffentlich gezeigte Schwäche sei da „eine Steilvorlage“. Der Konkurrenzkampf sei immer da. „Wer nicht funktioniert, ist austauschbar.“

 

 

"Habe Werkzeuge an die Hand bekommen, die mir geholfen haben"

Aogo berichtet auch, wie er während seiner HSV-Zeit einen externen Psychologen aufgesucht habe. Das therapeutische Angebot des Vereins habe er ausgeschlagen, weil es schwierig sei, „sich gegenüber einem Psychologen zu outen, der vom Verein gestellt wird“. Der Druck, der damals durch die Verantwortung als junger Spieler im Abstiegskampf des HSV bestanden habe, sei groß gewesen. „Auf mir lag sehr viel Verantwortung. Ich brauchte Hilfe.“ Es sei die beste Entscheidung seines Lebens gewesen, weil er auf diese Art Werkzeug an die Hand bekommen habe, sich selbst zu regulieren. „Jeder hat Angst oder Zweifel, wenn er vor 80.000 Zuschauern in Stadion spielt.“

"Kranke Art mit Druck umzugehen"

Das Thema Druck im Fußball verfolgt auch Ewald Lienen seit Jahren mit großem Interesse. Der ehemalige Trainer und aktuelle technische Direktor des FC St. Pauli sagt: „Der Raubbau an der mentalen Kraft der Spieler ist unverantwortlich." Und auch: „Wir haben eine völlig kranke Art mit so etwas umzugehen. Angst, Phobien, Depression empfinden wir als Makel. Wir trainieren alles Mögliche, aber die Persönlichkeit trainieren wir nicht. Aber das spielt im Fußball eine große Rolle. Wir wissen, dass Mentalität die Qualität schlägt.“ Es sei wichtig, die Ängste los zu werden, um freier zu leben.

„Druck ist überall“


Aus Sicht von Ewald Lienen hat sich der Druck auf die Fußballer in den vergangenen Jahren potenziert. Auch durch die Medienpräsenz. „Heute kannst du keinen Satz mehr sagen, ohne dass nicht Lippenleser diesen übersetzen.“ Aber er fügt auch an: „Heute ist der Druck überall in der Gesellschaft extrem.“

Reden wir - über alles was Sie stark macht

Wenn gestandene und bewunderte Fußball-Weltmeister wie Per Mertesacker, Bundesliga-Spieler wie Dennis Aogo oder auch Rock-Legenden wie Bruce Springstein öffentlich über ihren persönlich empfundenen Druck sprechen, sollte das uns allen Mut machen. Es ist wahrlich kein Zeichen von Schwäche und darf keinesfalls von anderen so ausgelegt werden. 

Darüber zu sprechen ist der erste Weg zur Hilfe, weil die Situation damit sichtbar gemacht wird. Erst dann ist es möglich Unterstützung anzubieten, Werkzeuge zu vermitteln, die einem helfen, mehr über sich selbst, über seine Ängste herauszufinden und Selbstregulationskräfte zu entfachen. 

Deshalb: 

Reden wir - über alles, was Sie stark macht - sanosense!

 

 

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