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Leistungsfähige Mitarbeiter - Talente, Potenziale und Gesundheit fördern

Neben einem stark ausgeprägten Wollen benötigt es für Hochleistungsteams natürlich auch das Können. Dabei geht es nicht darum, dass jeder einzelne Mitarbeiter ein Star ist. Vielmehr geht es erstmal darum, dass jeder Mitarbeiter seine persönlichen Talente, Stärken und Potenziale in das Team einbringt.

Eine Grundlage dafür, die man im Profisport bei Hochleistungsteams gut beobachten kann, ist das gegenseitige Kennen der Stärken und Schwächen. Man kann sich nur gegenseitig ideal unterstützen, wenn man weiß, wo die Stärken und Schwächen aller Teammitglieder liegen. In der Wirtschaft spricht man dabei vom „Funktionsübergreifenden Denken“. Das bedeutet, dass alle Teammitglieder, neben ihrem eigenen tiefgreifenden Expertenwissen, zumindest ein grundlegendes Verständnis für die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen mitbringen. Die Fähigkeit, neben der eigenen auch die Arbeit der anderen Teammitglieder und ihren Anteil am Gesamtprozess zu verstehen, beschleunigt die Übergabeprozesse und erhöht die Empathie für geleistete Arbeit untereinander. Es bleibt dadurch effektiv mehr Zeit für die Erledigung operativer Aufgaben. Personen, die neben einer tiefen Fachexpertise in einem bestimmten Bereich auch disziplinübergreifendes Wissen besitzen, werden auch T-Shaped People bezeichnet.

Elias Harris von Brose Bamberg über Stärken und Schwächen im Team

Ein weiterer Aspekt in Spitzenteams ist die Bereitschaft und Lust auf kontinuierliche Verbesserung. Auf diesem permanenten Weg werden Fehler als Lernchance verstanden. Hochleistungsteams suchen bei Fehlern nicht den Schuldigen, sie übernehmen Verantwortung und nutzen Fehler, damit alle daraus lernen können. Für sie ist ein Fehler oft eine neue Perspektive, ein Blickwinkel, der bislang vielleicht gefehlt hat und für sie daher eine Ergänzung und eine wertvolle Lernerfahrung. Diese zusätzliche Erfahrung wird gewinnbringend genutzt. Häufig führt es dazu, dass Spitzenteams ihre eigenen Ansprüche danach nochmal erhöhen, weil sie neue Erfahrungswerte hinzugewonnen haben.
Regelmäßige Reflektion hilft High Performance Teams in ihrem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. So hinterfragen diese in regelmäßigen Abständen sowohl ihre Zusammenarbeit als auch Marktveränderungen und Kundenbedürfnisse.
Hochleistungsteams haben zudem verstanden, dass neben dem Talent und der Einstellung es einen dritten Aspekt gibt, der limitierend auf Spitzenleistungen einwirkt: Unsere Energie. Vielfach ist mittlerweile in Unternehmen eine Jammerkultur zu beobachten. Mitarbeiter und auch Führungskräfte beschäftigen sich mit negativen Erlebnissen und Zuständen, die teilweise Jahre zurückliegen oder sich einfach nicht verändern lassen. Dabei geht Energie für Unwesentliches verloren.
Der Profisport hat sehr gut verstanden, all seine Energie auf Dinge zu lenken, die er selbst beeinflussen, kontrollieren und steuern kann und das andere auszublenden.

 

 

Raoul Korner von medi Bayreuth über den Umgang mit Energie

Energie ist also zum einen über seine Einstellung steuerbar, auf was lege ich meinen Fokus. Konzentriere ich mich auf das Negative, beschäftige ich mich mit Dingen, die lange vorbei sind, die sich nicht (mehr) ändern lassen, oder lege ich meinen Schwerpunkt und meine Aufmerksamkeit auf das Positive, auf Elemente, die in meinem direkten Einflussbereich liegen. Zum anderen hat Energie natürlich auch etwas mit Gesundheit zu tun, mit körperlicher und mentaler Fitness. Wenn man sich Profisportklubs anschaut, so haben diese ein eigenes Ärzteteam, Physiotherapeuten und Psychologen kümmern sich täglich um die Spieler. Jede kleine Verletzung wird sofort untersucht, ein Therapieplan erstellt, die Ausfalldauer berechnet und alles dafür getan, dass die Ausfallzeit so kurz wie möglich ausfällt. In Unternehmen wird der Aspekt „Energie“ bislang kaum in Betracht gezogen, wenn es um Professionalität und Hochleistung geht. Vielmehr wird darauf gehofft und vertraut, dass schon niemand krank wird und wenn, schnell wieder auf die Beine kommt. Alleine die Informationsgrundlage, wenn ein Mitarbeiter erkrankt, ist sehr dürftig. Wenn Mitarbeiter eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber abgeben, so ist darauf lediglich die voraussichtliche, vorläufige Ausfalldauer angegeben. Bei längeren Erkrankungen wird diese immer wieder verlängert. Wie es um die Qualität der medizinischen Versorgung aussieht, welche Therapiemöglichkeiten Ihr Mitarbeiter bekommt oder auch von seiner Krankenkasse abgelehnt wird, wissen Unternehmer in der Regel nicht. Fällt Ihr Mitarbeiter länger als 42 Tage aus, gibt es oft danach erstmal gar keinen oder einen sehr eingeschränkten Kontakt. Auch präventiv wird, sowohl von Seiten vieler Mitarbeiter als auch Unternehmen kaum etwas getan, um die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten oder zu verbessern. Dabei ist in Zeiten des demographischen Wandels, einer immer längeren Lebensarbeitszeit es extrem wichtig, dieses Thema frühzeitig anzugehen. Andernfalls wird es zum Milliardengrab für die Industrie.

Wie nehmen Sie positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter

Achten Sie darauf, dass die Stärken und Schwächen aller Teammitglieder bekannt sind Dafür ist eine hohe emotionale Stabilität und Sicherheit erforderlich, damit alle Mitarbeiter den Mut haben über ihre Schwächen zu sprechen Achten Sie bei Arbeitsprozessen und Organisation darauf, dass diese vor allem die Stärken und Talente Ihrer Mitarbeiter berücksichtigen

Sorgen Sie für eine hohe Bereitschaft und Lust zur kontinuierlichen Verbesserung Fehler sind Lernchancen für das ganze Team, Rückschläge und Niederlagen bringen zusätzliche Erfahrungsschätze und bieten neue Blickwinkel und Perspektiven

Nutzen Sie Retro-Perspektiven für Ihren kontinuierlichen Verbesserungsprozess Reflektieren Sie als Team wie die Zusammenarbeit untereinander war, welche Barrieren es noch gab und was sie gelernt haben. egelmäßig durchgeführt, ermöglichen Retrospektiven eine kontinuierliche Verbesserung der Zusammenarbeit und machen erlangtes Wissen im gesamten Team transparent. So können Hochleistungsteams später auf das geteilte Wissen zurückgreifen und es bei zukünftigen Entscheidungsfindungen berücksichtigen

Finden Sie die Energiespender in Ihrem Team und nutzen Sie diese – eliminieren Sie Energiekiller – Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Sie selbst beeinflussen können. Jammern, Schuldzuweisungen, Problemorientierung, Streit führen zu negativer Energie und rauben Ihnen die Kraft. Lassen Sie dies nicht zu. Wenn Mitarbeiter unzufrieden sind, nutzen Sie die LOVE IT – CHANGE IT – LEAVE IT – Methode. Ist Kritik verständlich und lässt sich die Situation lösen, tun Sie es sofort. Wenn keine Änderung möglich ist, lernen Sie die Situation zu akzeptieren, andernfalls gilt es sie zu verlassen

Stärken Sie die Eigenverantwortung Ihrer Mitarbeiter für die eigene Gesundheit und verbessern Sie die Gesundheitsversorgung Ihrer Mitarbeiter Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter ein hohes Gesundheitsbewusstsein haben und sich entsprechend gesundheitsbewusst auch verhalten. Stärken Sie deren Eigenverantwortung. Sie können und sollen nicht zum Gesundheitscoach werden. Nutzen Sie jedoch Möglichkeiten der Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, wie z. B. eine „Betriebliche Kranken-versicherung“ für Ihre Mitarbeiter oder ein gezieltes „Betriebliches Gesundheitsmanagement“